|
Schon die Anfahrt ist viel versprechend und liefert einen Vorgeschmack auf die
imposante Landschaft des Naturparks. Nähert man sich dem Teide aus südwestlicher
Richtung, so windet sich die Strasse in Serpentinen immer höher hinauf, vorbei
an Feigen- und Mandelbäumen, durch die Terrassen voller Kakteen bis schließlich
auch noch der letzte Kiefernbestand von den wüsten Lavafelder abgelöst wird.
Auf dieser Strecke eröffnet sich einem ein besonders schöner Blick auf die Küste
und die Nachbarinseln Hierro, La Palma und Gomera. Man sollte einen Stopp am
Aussichtspunkt Mirador de Chino einlegen, um die Sicht auf den mächtigen Teide
zu genießen, der sich hier von seiner düstersten Seite zeigt.
Eine der beliebtesten Strecken zum höchsten Berg Spaniens, ist die über Vilaflor.
Es empfiehlt sich eine Rast in diesem malerischen kleinen Dorf einzulegen. In
der höchstgelegenen Gemeinde Spaniens werden Wein und Gemüse angebaut und der
Alltag verläuft in gemächlichen Bahnen, weit ab vom touristischen Trubel an der
Küste.
Von Vilaflor führt die Strasse weiter zum Teide. In fast dramatischer
Schnelligkeit kann man die Verwandlung der Landschaft miterleben. Vom Meer geht
es in den Schnee, zunächst durch dichte Kiefernwälder, bis der Weg in der
steinigen Kraterlandschaft des Vulkans endet. Der Reiz der Strecke liegt auch
darin, das sie stetes an den steil abfallenden Wänden der Kraterwände entlang
führt, bevor sie in das Innere des Kraters Las Canadas mündet.
In der Nähe findet man auch Los Azulejos, jene
jadegrün schimmernden Steinformationen, die jährlich über eine Millionen
Besucher anziehen. Mit etwas Phantasie lassen sich in den Felsen sogar
menschliche Gesichtszüge erkennen.
Wer den Gipfel des Teide stürmen möchte, tut dies
am besten von der Montana Blanca aus. Von dort aus kann man auf den Gipfel
laufen oder in nur acht Minuten mit der 1971 eingerichteten Seilbahn fahren. Ist
der Gipfel einmal erreicht, liegt einem ganz Teneriffa zu Füßen. Die verstreuten
weißen Häuser, die Kiefernwälder der Anagas, die zerklüftete Landschaft um den
Vulkan, alles läst sich vom höchsten Punkt der Insel aus begutachten. Darüber
hinaus kann man die Inseln Gomera, Gran Canaria, Hierro und La Palma sehen.
Der Anblick der sich vom Gipfel aus bietet ist in jeder Hinsicht überwältigend
und man versteht warum der Teide nicht einfach als der höchste Berg des Landes
angesehen wird, sondern auch als ein Symbol von Macht und Mystik gilt. Schon die
Ureinwohner der Kanaren, die Guanchen, waren überzeugt, das in dem Vulkan ein
Teufel wohnte, der ihre Sonne stehlen würde. Kolumbus dagegen sah ihn als einen
Pfeiler der Macht. Und heute vermittelt einem der allgegenwärtige
Schwefelgeruch, das im Inneren des Berges immer noch Leben ist - und das die
ganze Schönheit der Natur jeden Augenblick in die Luft fliegen könnte.
Quelle:
pairola-media
Zurück |